Urlaub mit nervösem Hund

Mein letzter Urlaub mit nervösem Seelchen Alma

Alma und ich waren dieses Jahr in unserem ersten richtigen, aber sicher nicht letzten gemeinsamen Urlaub. Letztes Jahr waren wir schon einmal eine Woche woanders, aber das zählt nicht als Urlaub – denn es war eine Katastrophe! Warum?

Nun… Alma ist ein Zappelhund. Schilddrüsenprobleme und ein allgemein sehr nervöser Charakter tragen dazu bei, dass ihr Veränderungen schwer zu schaffen machen. Wenn sie gestresst ist, reagiert sie auf kleinste Geräusche sofort mit Bellen und kommt einfach nicht zur Ruhe. Wer schon mal eine Woche einen quasi dauerbellenden Hund neben sich hatte (und ich hoffe, dass es nicht viele Menschen gibt, die das schon erlebt haben), der weiß wie anstrengend und nervenaufreibend das für alle Beteiligten ist.

Zu diesem Zeitpunkt war Alma noch nicht mein Hund, sondern ich war der Hundesitter und hatte in ihrem Alltag eine ganze Menge mehr Stress als jetzt bei mir. Wir haben jetzt fast ein Jahr lang daran gearbeitet, Alma einen entspannten Alltag zu ermöglichen und mittlerweile klappt das auch sehr gut.

Aber Urlaub… das ist ja nochmal eine ganz andere Situation und ich war mir wirklich nicht sicher, wie sie sich verhalten würde. Wir haben natürlich jede Menge im Vorfeld verändert und ich habe auch bei der Urlaubsplanung und dann vor Ort darauf geachtet, dass es für Alma machbar bleibt. So war ich mir sicher, dass es kein absoluter Reinfall wird. Dennoch konnte ich nicht abschätzen,  wie viel sie verträgt und wie entspannt sie wirklich bleibt.

Das es so gut wird, hätte ich mir nicht träumen lassen. Alma ist nicht diese Art von Hund – und wird vermutlich auch keiner werden – den man den ganzen Tag lang überall mitnehmen kann. Dazu ist sie einfach zu reizempfänglich und nimmt sich nicht die Pausen, die sie braucht. Das ist auch gar nicht das Ziel. Aber sie war entspannt! Wir konnten tolle Spaziergänge unternehmen, sie konnte schlafen und zur Ruhe kommen, die Autofahrten waren easy, … einfach schön. Auch wichtig: Ich konnte mich entspannen, weil ich wusste, Alma geht es gut und sie ist nicht zu gestresst. Toll, Toll, Toll!!!

Wie ich den Urlaub vorbereitet habe und welche Punkte für uns zum Erfolg geführt haben, davon erzähle ich heute. Als kleiner Leitfaden, falls du auch einen nervösen Hund hast und bisher sehr skeptisch über Urlaub mit Hund nachdenkst.

Urlaubsvorbereitungen für den Urlaub mit nervösem Hund

Die Auswahl des richtigen Reiseziels

Unsere Urlaubsplanung startete mit der Auswahl einer passenden Unterkunft. Ich gebe zu, meine Ansprüche sind da wirklich sehr hoch. Mit Hund ist ja manchmal schon schwierig, aber wenn der Hund dann noch besondere Ansprüche hat, kann das schon ein bisschen Zeit kosten. In Zukunft hoffe ich natürlich, dass ich hier auf vawidoo schneller fündig werde. 😉

Egal, welche Landschaft du bevorzugst, wenn du mit einem sehr sensiblen Hund unterwegs bist, gibt es sicher ein paar Dinge die es leichter machen. Ist dein Hund zum Beispiel durch die Anwesenheit anderer Hunde gestresst, wirst du es vermeiden in ein „Hundehotel“ zu fahren. Hat er Probleme mit Verkehrslärm, ist der Städtetrip eher nicht das Richtige für deinen Hund.

Für mich war es in unserem Urlaub wichtig, nicht zu viel von allem zu haben. Dieses Mal war es noch nicht ideal, weil wir in einem Haus mit mehreren Ferienwohnungen waren. Optimal für Alma (und auch mich – wir sind uns da sehr ähnlich) wäre ein Ferienhaus irgendwo im Nirgendwo ;).

Mein Tipp: Such dir eine Unterkunft, wo du nicht schon von vornherein weißt, dass dein Hund damit Schwierigkeiten hat. Ein gestresster Hund bringt am Ende ja nichts, denn wenn du einen nervösen Zappelhund neben dir im Urlaub hast, wirst du dich wahrscheinlich auch nicht entspannen können.

Entspannung im Alltag schaffen – bereits vor dem Urlaub
Stress ist etwas, was sehr lange im Körper bleibt. Du kennst das sicher von dir selbst, vor deinem Jahresurlaub werden die Arbeitstage schon lang und du freust dich auf die freien Tage. Die echte Entspannung setzt allerdings erst in der zweiten Woche ein. Warum das so ist? Die Stresshormone wie z.B. Adrenalin werden in unserem Körper abgebaut und das dauert ungefähr eine Woche. Wenn wir aber schon ständig im Dauerstress sind, kann es sein, dass unser Körper den Stresseffekt schon bunkert. Genauso ist das bei deinem Hund auch.

Bei einem sensiblen und nervösen Hund ist der Alltagsstresslevel schon standardmäßig sehr hoch. Wenn dann noch ein Urlaub dazukommt – der für so einen Hund eher Stress als echte Entspannung bedeutet – dann kann es schnell zu Überreaktionen und Überforderung kommen. Deswegen ist es wichtig, schon vor dem Urlaub eine Art Stress-Wellness für den Hund zu machen, um das Stresslevel vor dem Urlaub möglichst niedrig zu halten. Wie das klappt, also wie du im Alltag den Stress für deinen Hund reduzieren kannst, dazu gibt es 8 kostenlose Tipps (http://bothshunde.com/entspannter-alltag/) von mir auf meiner Seite.

Fülle deine Notfall-Apotheke mit allem, was deinem Hund bei Stress gut tut

Wie gesagt: Der Urlaub bedeutet für deinen Hund eher zusätzlichen Stress. Ich empfehle dir, nicht direkt im Urlaub das Futter zu wechseln. Falls du während dieser Zeit etwas anderes füttern möchtest, versuche die Umstellung bereits vorher zu machen, um keine zusätzliche Belastung ins System zu bringen. Es kann hilfreich sein, in der Notfall Apotheke nicht nur die üblichen Erste-Hilfe-Sets dabei zu haben. Es gibt viele homöopathische Mittel und natürlich auch chemische, die den Hund in einer akuten Stresssituation unterstützen können. Besprich hier am besten mit deinem Tierheilpraktiker oder Tierarzt was machbar und sinnvoll ist.

Ebenfalls in die Notfall-Apotheke (nicht nur für den Urlaub) gehört für mich ein Entspannungssignal, mit dem du deinen Hund aktiv entspannen kannst, wenn er sich selbst nicht aus dem Tunnel lösen kann. Das können ganz verschiedene Dinge sein, z.B. eine bestimmte Musik, ein Halstuch, eine Decke oder ein Wort, mit dem der Hund jeweils Ruhe und Gelassenheit verknüpft. Wie das funktioniert kannst du hier nachlesen und anschauen.

So machst du es deinem Hund im Urlaub leichter

Wenn du dich und deinen Hund gut vorbereitet hast, gehst du schon viel gelassener in den Urlaub. Dennoch gibt es auch vor Ort einige Dinge, die es einfacher für Zwei-und Vierbeiner machen. Du kennst deinen Hund am besten und kannst einschätzen, wie er reagiert.

Für Alma ist es zum Beispiel wichtig, dass sie sich in den ersten zwei Tagen etwas eingewöhnen kann und erstmal nicht viel passiert. So waren wir hier nur kleine Runden spazieren und haben auf der Terrasse in der Sonne gelegen. Als sie sich in der Wohnung wohl fühlte, habe ich dann auch schon begonnen, sie kurz alleine zu lassen. Alma braucht es auch immer wieder, alleine zu sein, da sie dann auch tagsüber nochmal schlafen kann ohne gestört zu werden.

So kannst auch du einen Ablauf für deinen Hund finden, der ihm hilft, sich auch in der fremden Umgebung wohl zu fühlen. Biete deinem Hund immer wieder an, mit ihm zu entspannen. Legt euch in die Sonne und macht eine Entspannungsmassage oder hört die CD, die ihr als Entspannungssignal trainiert habt. Manchmal brauchen unsere Hund einfach eine Hilfestellung, dass der „Chillmodus“ auch im Urlaub funktionieren kann.

Wenn Entspannung gut klappt, steht auch aufregenderen Tagen nichts im Wege und ihr könnt auch einmal eine größere Tour in Angriff nehmen. Ich würde immer als ersten Schritt die Entspannung sehen und dann Anspannung dazu nehmen. Denn es ist viel leichter für den Hund, aus einer relativ gelassenen Situation heraus runterzufahren, als direkt nach einem Tag mit ganz vielen aufregenden Dingen. Ähnlich wie mit Kindern im Freizeitpark wird der Hund „ganz bestimmt nicht müde“ (übersetzt: völlig überdreht sein).

Das waren meine Tipps, damit dein Urlaub mit deinem nervösen Hund entspannter wird.
Und jetzt bist du dran – was machst du, damit der Urlaub für alle Beteiligten zum Erfolg wird?

Dieser Gastbeitrag stammt von Sarah Both von Bothshunde:

„Mein Name ist Sarah Both und ich möchte dir zu einem entspannteren Umgang mit deinem Hund verhelfen. In diesem Zusammenhang gibt es für mich nichts Schöneres als wortloses Verstehen zwischen Mensch und Hund. Mein Ziel ist es, im Einklang mit dem Hund und der Natur zu leben. Den Weg zu dieser Idylle möchte ich auch dir und deinem Hund ebnen. Ganz besonders am Herzen liegen mir hierbei die nervösen (hyperaktiven, sensiblen) Hunde dieser Welt. Ich zeige dir euren individuellen Weg zum entspannten Alltag. Aber auch gemütlichere Charaktere können ihre Problemchen haben. – Wir lösen gemeinsam deine alltäglichen Hundeprobleme. Komm in meine kostenlose 5 Tage Entspannungs-Challenge für deinen Hund!

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Sarah Both, Bothshunde.

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