Gesund im Urlaub mit Hund

Endlich Urlaub, alles ist geplant und gebucht, die Reise kann los gehen. Der Hund ist selbstverständlich mit dabei. Denn: ohne Hund ist die Familie schließlich nicht komplett. An alles hast Du gedacht, doch auf was genau solltest Du im Fall der Fälle im Urlaub achten, falls Du Deinem Hund zu Hilfe eilen musst? Hier findest Du einige wichtige Punkte zum Thema Erste-Hilfe im Urlaub und Reisebeschwerden beim Hund.
Jochen Braun, 15.07.2019
Lesezeit: 5 Minuten
Tipps, Ratschläge und Guidelines für den gesündesten Urlaub mit Hund

Bitte beachte: Wir sind keine Tierärzte und alle Hinweise sind ohne Gewähr. Bitte erkundige Dich im Zweifelsfall vorab und individuell beim Tierarzt und/oder lasse Dein Tier dort bei einer Erkrankung oder Verletzung untersuchen. Ein Kurs „Erste Hilfe am Hund“ beim Tierarzt kann helfen, im Notfall das Richtige zu tun.

 

An das ist zuerst zu denken

Wenn Du mit Deinem Hund verreist, musst Du für ihn mitplanen und mitdenken wie für ein kleines Kind. Umso wichtiger, da man im Urlaub ja nicht alles so einfach parat hat wie Zuhause.

Unsere Empfehlung: Besorge Dir vor der Anreise die Adresse des nächstgelegenen Tierarztes am Urlaubsort.

Gesundheitliche Probleme und Vorbeugung


Sonnenstich und Hitzschlag

Gerade im Sommerurlaub ist es wichtig, dass man seinen Hund nicht zu großer Hitze aussetzt – gerade das Warten im Auto wird schnell gefährlich für den Kreislauf. Selbst, wenn man zunächst im Schatten parkt – die Sonne wandert. Auch leicht geöffnete Fenster reichen bei höheren Temperaturen bei weitem nicht aus!

Sollte Dein Tier doch einmal zu viel Hitze abbekommen haben, gilt es, sofort für Frischluft und einen Schattenplatz zu sorgen. Man kann den Vierbeiner mit kaltem Wasser abwischen, um die Verdunstung zu fördern. Keinesfalls solltet Du das Tier übergießen (Schockgefahr!) oder ein nasses Handtuch auflegen, letzteres wegen der entstehenden Stauwärme. Du solltest den Tierarzt aufsuchen, wenn das Tier bereits sehr mitgenommen wirkt, z.B. wenn es kaum ansprechbar ist, unter Atemnot leidet oder sehr blasse Schleimhäute (ins Maul schauen) hat.

Für kurze Strecken, wenn man dabei bleibt oder es nicht allzu heiß ist, eignen sich die folgenden Hilfsmittel:

  • Sonnenblende (lassen sich mit Saugnäpfen am Fenster befestigen)
  • Frischluftgitter (Achtung: viele neuere Autos haben durch den elektrischen Fensterheber eine Sicherung, die verhindert, dass die Gitter fest eingespannt werden können)
  • Abstandshalter für die Kofferraumbelüftung

Insektenstiche

Insektenstiche kann man mit kalten Umschlägen, Eis oder anderen kalten Gegenständen kühlen. Besondere Aufmerksamkeit ist gefordert, wenn der Hund ein stechendes Insekt verschluckt oder der Stich im Maul oder Rachenraum sitzt. Biete Deinem Hund Eis zum Verzehr an, das verhindert, dass der Stich die Schleimhaut anschwellen lässt und Dein Liebling in Atemnot gerät.

Tipp

Wir empfehlen, für alle Fälle ein spezielles Hunde-Erste-Hilfe-Set dabei zu haben, welches man je nach Reiseziel und Hund um eine kleine Reiseapotheke (z.B. Desinfektionsspray, Kohlekompretten) ergänzen kann.

Durchfall und Erbrechen

Auf eine Fütterung sollte man verzichten, solange der Durchfall bzw. das Erbrechen anhält. Wasser sollte aber immer zur Verfügung stehen. Der Hund muss viel trinken, damit er nicht austrocknet und ausreichend Mineralstoffe zu sich nimmt. Hilfreiche Medikamente können Kohletabletten gegen Durchfall und Paspertin-Tropfen gegen Übelkeit sein. Nach Abklingen der akuten Symptome kann man dem Futter zunächst etwas Reis oder Hüttenkäse und Magerquark beifügen, das entlastet den Magen und wird meist gut vertragen.

Trockenfutter ist zwar bei Wärme im Urlaub oftmals leichter zu handhaben, aber es erfordert auch, dass der Hund ständig ausreichend trinkt und man immer genügend Wasser bei sich hat.

Viele Hundehalter behelfen sich mit hochwertigem Nassfutter in Dosen - statt wie zu Hause - zu barfen. Man muss allerdings prüfen, ob die Hunde die Umstellung so einfach hinnehmen. Am Besten schon vor dem Urlaub mit der Fütterung beginnen.

Verletzungen und Wunden

Hoffentlich benötigst Du diese Tipps nie. Falls doch, kannst Du mit den Utensilien Deiner Reiseapotheke im Notfall schnell reagieren und einen ersten Druckverband oder ähnliches anlegen, bevor Du Dich auf den Weg zum Tierarzt machst. Fremdkörper solltest Du sofort entfernen, wenn sie nicht zu tief eingedrungen sind. Sonst unbedingt den Tierarzt aufsuchen.

Es ist hilfreich, die Haare um die Wunde herum kurz zu schneiden, die Wunde kurz bluten lassen und anschließend mit reichlich Mineralwasser spülen und desinfizieren. Dabei die Wundfläche nicht reiben. Große Wunden oder Wunden an Stellen, die ständig Bewegung oder Verschmutzungen ausgesetzt sind, müssen verbunden werden. Dabei solltest Du darauf achten, die Wundränder zusammenzuführen. Der Verband darf nicht einschneiden oder Druckstellen verursachen. Der Verband sollte regelmäßig gewechselt werden. Kleinere Wunden sollte man offenhalten. Nach erster Heilung auf die dann trockene Wunde Wundsalbe oder hochwertiges Lavendelöl auftragen, wenn der Hund es verträgt. Viele schwören bei kleinen Wunden auch auf Silberspray (kolloidales Silber) oder selbstgefertigte Silbercreme. Wenn die Wunden groß oder tief sind, oder ihre Ränder weit auseinanderklaffen, sie stark bluten oder entzündet sind, ist ein Besuch beim Tierarzt unumgänglich.

Druckkompressen unterbinden erstmal die Blutung und schützen vor einem starken Blutverlust. Bei Pfotenverbänden bitte immer auf ein gutes Wattepolster zwischen den Zehen achten und nicht zu stramm wickeln.

Ganz wichtig:

Achtung bei Bissverletzungen: Infektionsgefahr! Unbedingt einen Tierarzt konsultieren, in der Regel verschreibt er Antibiotika. Auch Augenverletzungen und Hitzschlag müssen sofort behandelt werden.

Reisekrankheit

Wenn der vierbeinige Gefährte das Reisen nicht gewöhnt ist, solltest Du das unbedingt vorher schon mit ihm üben. Denn viele Hunde werden im Auto, Bus, Bahn oder auf dem Schiff reisekrank

Ruhiges Fahren und Bremsen und ein stabiler Sitz helfen schon sehr vorzubeugen. Regelmäßige Pausen entlasten. Wer selber wegen des Anreisestresses hektisch ist, sollte sich bemühen, seinen Hund das möglichst wenig spüren zu lassen.

Es kann sinnvoll sein, das Tier ca. 4-8 Stunden vor dem Reiseantritt und während der Reise nicht zu füttern. Reichlich frisches Wasser sollte aber regelmäßig zur Verfügung stehen. Schlägt Deinem Liebling die Aufregung der Reise dennoch auf den Magen, kannst Du ihm Pharmazeutika gegen die Übelkeit geben, wie z.B. Sedativa bzw. Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit, wird vor der Reise gegeben, sollte vom Tierarzt dosiert werden) oder homöopathische Mittel, also Globuli. Hier berät meist der oder die TierheilpraktikerIn. Je nachdem, wie die Umstände bei der Anreise und Unterbringung sind, empfiehlt sich eine Kühlbox für Lebensmittel für die Lagerung der Medikamente. 

Parasitenschutz

Zecken sollten immer innerhalb von 24 Stunden nach Befall entfernt werden, da ansonsten das Infektionsrisiko stark ansteigt. Ausführliche Informationen dazu findest Du in unserem Artikel über Zecken und Hund.

Die Seite des ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) Deutschland e.V. bietet unter http://www.esccap.de/parasiten/reisetest/ viele nützliche Informationen rund um den Parasitenschutz Deines geliebten Hundes.


Wir wünschen Dir, Deiner Familie und Deinem Liebling allzeit beste Gesundheit und einen schönen Urlaub!

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Simone von vawidoo

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