Büro: Der Hund muss mit

SpikeWenn ich mich umsehe, dann stelle ich nicht nur fest, dass immer mehr Menschen auf den Hund kommen. Immer häufiger sehe ich auch, dass diese ihre Tiere mit zur Arbeit nehmen. Auch, wenn das sicher nicht immer und überall möglich ist: die Möglichkeit, auch tagsüber für den eigenen Vierbeiner zu sorgen, ist ein wichtiges Kriterium in Sachen Arbeitszufriedenheit. Ich würde sogar so weit gehen und sagen: es trägt zu dem Faktor „familienfreundliches Unternehmen“ bei. Denn immer mehr Menschen leben alleine, gerade in den Großstädten, und immer mehr Menschen haben keine eigenen Kinder. Zeitgleich haben gesuchte Fachkräfte immer höhere Ansprüche an ihre Arbeitsumgebung und das Gehalt alleine ist schon lange nicht mehr der wichtigste Faktor.

Natürlich kann es möglicherweise Allergien und Phobien geben bei Kollegen, darüber sollte man natürlich vorab mit seinem Arbeitgeber sprechen. Und natürlich gibt es klare Regeln für das Mitbringen von Hunden ins Büro. Aber aus unserer Sicht beginnt an dieser Stelle das Gespräch – es muss hier nicht enden.

So kann man sich als Firma dem Thema auch durch pfiffige Ideen oder Kooperationen annähern: Das Lübecker Unternehmen Dräger hat beispielsweise eine Hundetagesstätte auf dem Gelände. Manager können dort ihre Lieblinge morgens abgeben und Mittags zum Gassigang abholen – oder auch schon mal dort lassen, wenn sie auf eine Geschäftsreise gehen. Viele Firmen, wie zum Beispiel Google, gehen seit Jahren mit gutem Beispiel voran und haben sogar eine spezielle Hunde-Policy für ihre Mitarbeiter erstellt. Jeder Angestellte darf seinen vierbeinigen Gefährten mitbringen, wenn dieser sich im Prinzip an die frei goldenen Regeln hält: Nicht bellen, nicht beißen, nicht pinkeln. Im Büro, versteht sich!

Überhaupt sind Internetfirmen und StartUps vermutlich führend, was das Mitbringen von Hunden betrifft – sind sie doch stark auf dringend gesuchte Fachkräfte angewiesen. Ansonsten, so wissen wir, gibt es unter Hundehaltern einen sehr hohen Anteil an selbständig Tätigen. Wie viele von ihnen würden sich, wenn sie ihren Hund mitbringen könnten, wohl anstellen lassen?

Der Bundesverband Bürohund e.V. nennt hier die vier wesentlichen Vorteile für Unternehmen, die Hunde im Büro erlauben: Das Umdenken in Richtung hundefreundliches Unternehmen fördert nachweislich die Gesundheit der Mitarbeiter, es sorgt für eine Ertragssteigerung und Kostensenkung, es fördert die Mitarbeiterbindung und sorgt für eine Imageverbesserung. „Auf den Hund kommen“? – Der Verband bietet übrigens eine Vielzahl an nützlichen Informationen und Best Practises und berät gerne.

Allerdings, und das muss klar gesagt werden: auch Halter und Hund müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, damit das Zusammenarbeiten mit Zwei- und Vierbeinern klappt. Rücksicht und verantwortungsvolles Handeln sind dabei oberste Priorität. Außerdem muss man klar sagen: Nicht jeder Hund ist geeignet für das Büro (es macht nur Sinn, wenn er sich dort auch wohlfühlt) und auch nicht jeder Job ist für den „Kollegen Hund“ geeignet. Der Hund und seine Bedürfnisse müssen im Zentrum der Überlegungen stehen. Aber das mitnehmen, wenn es klug und feinfühlig gestaltet wird, ist meist besser als das Tier täglich über mehrere Stunden alleine Zuhause zu lassen. Sogar der Tierschutzbund befürwortet die Mitnahme und ruft sogar zu einem jährlichen Aktionstag auf, dem „Kollege Hund„.

Und, was wir sagen wollen: wer so brav das ganze Jahr über seinen Platz im Büro hält, artig wartet, bis Herrchen oder Frauchen wieder Zeit hat zum Spielen und toben, der hat auch einen tollen Urlaub verdient. Und den können wir künftig buchen über vawidoo. Wir kümmern uns drum, versprochen!

Herzlichst

AthosSilke vom vawidoo Team, ihren eigenen Bürohund Athos im Sinn

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5 Kommentare

  1. Interessante Folge-Diskussion auf XING, die ich euch (anonymisiert) nicht vorenthalten möchte.

    Hallo XXX,
    das sind alles valide Punkte. Nur muss hier die Überlegung eben NICHT aufhören – hier beginnt sie! Antworten im Text.

    So sehr ich unsere Hunde liebe und es genieße, unsere beiden im Homeoffice immer um mich zu haben, muss ich doch zugestehen, dass Hund im Office schwierig sein kann.

    Ja.

    Zumindest an größeren Standorten und wenn in Großraumbüros gearbeitet wird.

    Nein, auch hier kann es gut klappen – ich kenne dafür persönlich zahlreiche Beispiele. Aber man sollte es eben nicht irgendwie so machen sondern mit Bedacht, klaren Regeln und reflektiert (reflektierend). Das ist von entscheidender Bedeutung – nur so kann es gelingen!

    Was ist mit Kollegen, die eine Hundeallergie haben? Was mit Menschen, die Angst vor Hunden haben?

    Hier beginnt der Dialog, er sollte an dieser Stelle nicht enden. Für diese Probleme gibt es
    a) Lösungen
    b) steht Rücksicht im Vordergrund und
    c) sind diese Phobien und Allergien meist nicht so schlimm, wie im vorauseilenden Gehorsam angenommen wird.

    Die meisten Allergiker beispielsweise haben keinerlei Probleme, wenn kein direkter Hautkontakt besteht. Nochmal: hier beginnt der Dialog.

    Bei uns in der Nachbarschaft lebte eine Dame, die als Kind von einem Schäferhund >angegriffen worden war und auch als Erwachsene gegen Panikattacken kämpfen musste.

    Gegenfrage: was ist mir ihr Zuhause, auf dem Arbeitsweg – etc.? Nirgendwo kann man sie leichter vor fröhlich herumspringenden Hunden schützen als im Büro. Wer unter Panikattacken leidet, braucht vor allem eines: eine Therapie. Keine hundefreie Umgebung. Im Gegenteil: auch hier beweist die Erfahrung, dass Ängste durch Kontakt mit den meist sehr gut erzogenen (ein Muss!) Bürohunden hilft, das Leid zu lindern.

    Was ist im internationalen Umfeld mit Kollegen, in deren Kultur es nicht üblich ist Hunde als Haustiere – schon gar nicht im Haus – zu haben.

    Hunde gehören in unserer Kultur meist zur Familie. Warum sollten sich Menschen, die hier leben und arbeiten nicht daran gewöhnen können? Und meiner Erfahrung nach ist die Offenheit oft größer, als wir das im Vorwege annehmen. Probe- oder Kennenlerntage nehmen meist die Scheu.

    Und vor allem bei Schmuddelwetter und langem Fell ggf. noch in Kombination mit kurzen Beinen, ist das ja auch nicht ganz von der Hand zu weisen.

    Ich sehe nicht ganz den Punkt. Als Hundehalter sorge ich dafür, dass mein Hund trocken und sauber ins Büro kommt. Wenn es regnet, wird er nass. Dann wird getrocknet und gelüftet. Ganz so, wie man es als Zweibeiner mit nassen Jacken und Regenschirmen handhabt.

    Was ist, wenn dann in einem Büro mehrere Hunde anwesend sind, von denen sich nicht alle untereinander vertragen? Darf dann keiner mehr seinen Hund mitbringen oder wie wird entschieden, wessen Hund nicht mehr mit darf?

    Darüber blogge ich in Kürze. Vorab: es muss klare Regeln, eine gute Absprache, geregelte Zuständigkeiten und einen Ansprechpartner für das Thema geben, wenn mehrere Hunde da sind. In der Praxis hat sich auch dies bewährt.

    Was ist dann allerdings, wenn es einen Wechsel gibt und der neue Kollege ein Problem damit hat, sei es gesundheitlich oder einfach generell – darf der dann den Job nicht bekommen? Ist dann nicht nur Qualifikation, sondern auch Hundeliebe / Akzeptanz ein Auswahlkriterium?

    Wer eingestellt wird, ist natürlich eine von vielen Faktoren bestimmte Unternehmensentscheidung. Bei einem Unternehmen wie Google würde es wohl darauf hinauslaufen, dass ein gleich geeigneter Bewerber (der Hunde ablehnt/nicht verträgt) notfalls nicht eingestellt werden kann. Genauso, wie ich vor einiger Zeit einen gut dotierten Top-Job abgesagt habe, weil ich meinen Hund nicht mitbringen darf. Nicht jeder Mensch passt (auch gesundheitlich) überall hin. Prioritäten gab und gibt es schon immer und überall. Ich finde das fair und akzeptabel.

    Und: lieben muss niemand die Bürohunde, akzeptieren / tolerieren reicht vollkommen aus. 😉

    Das sind nur die Punkte, die mir spontan einfallen, die jeder in seinem beruflichen Umfeld sehr bewusst bedenken sollte.

    Absolute Zustimmung! Ergänzen möchte ich: es muss vor allem auch dem Hund dabei gut gehen. Was aber meist der Fall ist, wenn alle Rücksicht nehmen auf die Bedürfnisse der anderen und er bei Herrchen / Frauchen statt alleine Zuhause sein darf.

    Herzlichst
    Silke vom vawidoo Team

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