Mit Bello in Bella Italia – Teil 1

Frieda am Strand von Milano Marittima
Frieda in Milano Marittima

Italien. In meiner Kindheit habe ich jeden Sommerurlaub an der Adria verbracht. Ich habe es geliebt und liebe es noch heute. Als wir vergangenen Sommer unseren Familienurlaub an der Adria in Milano Marittima verbrachten, war ich wirklich überrascht, wie viele Italiener Hunde besitzen und mit diesen ans Meer fahren. Die Hundedichte ist vergleichbar mit der auf Sylt, und das, obwohl die klimatischen Bedingungen völlig andere sind. Gut, es gab sehr viele kleine Hunde, aber vornehmlich ausländische Touristen führten auch ihre mittelgroßen und großen Hunde beim allabendlichen Flanieren in den Einkaufsstraßen spazieren.

Da die Italiener von Frieda sehr begeistert waren, musste ich mir sehr schnell hundespezifische Vokabeln (femina = Hündin, mascula = Rüde, „quanti anni ha?“ = wie alt ist er/sie?, „che razza di cane è il?“ = „welche Hunderasse ist das?“, etc. ) aneignen, um mich – wenn auch auf sehr simple Weise – mit den italienischen Hundebesitzern austauschen zu können. Das war immer sehr lustig. Wiedermal habe ich die Italiener nicht nur als extrem kinderlieb, sondern nunmehr als Hundebesitzer auch als extrem hundefreundlich erlebt. Das ging sogar so weit, dass Frieda in Ravenna in eine Bäckerei mit hinein durfte und dort auch noch mit den selbsthergestellten Grissini gefüttert wurde.

Allerdings sind auch in Italien einige Regeln einzuhalten, wenn man seinen vierbeinigen Liebling mitnehmen möchte:

Einreisebestimmungen

Für die Einreise nach Italien ist die „Regelung für die Verbringung von Hunden, Katzen und Frettchen sowohl zwischen den Mitgliedstaaten als auch aus Drittländern in die EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 998/2003“ zu beachten. Diese sieht vor, dass der Hund mindestens 21 Tage vor Einreise eine Tollwutimpfung erhalten hat einen Mikrochip trägt. Außerdem muss ein gültiger von einem Tierarzt ausgestellter EU-Heimtierpass mitgeführt werden. Bei Auffrischungsimpfungen gegen Tollwut gelten die Impfstoffherstellerangaben, also üblicherweise drei Jahre nach der letztmaligen Tollwutimpfung, was im EU-Heimtierausweis eingetragen sein muss.

Die Einreise mit mehr als 5 Hunden ist nicht erlaubt.

Aktuelle Informationen zu den EU-Einreisebestimmungen für Haustiere findet ihr beim Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Leinen- und Maulkorbpflicht

In Italien besteht Leinen- und Maulkorbpflicht. Das heißt, der Hund muss vorschriftsmäßig in der Öffentlichkeit an der max. 1,50 m langen Leine geführt werden. Wer eine Flexleine mit sich führt, muss sicherstellen, dass die Leine nicht länger als 1,50 m ausfährt.

Allerdings habe ich im Urlaub keinen einzigen Hund mit Maulkorb angetroffen. Zumeist genügt es deshalb, wenn man den Maulkorb lediglich mit sich führt, denn vor allem in öffentlichen Gebäuden oder aber in öffentlichen Verkehrsmitteln (wie auch in Kabinenseilbahnen) kann es sein, dass man zum Anlegen des Maulkorbs aufgefordert wird. Für alle Fälle habe ich deshalb einen einfachen Maulkorb aus Nylon immer dabei gehabt. Der lässt sich klein zusammenfalten, nimmt nicht viel Platz weg und im Notfall kann man schnell darauf zurückgreifen.

Infektions- und Krankheitsrisiken für den Hund

Leider besteht, wie überall in Südeuropa, zwischentzeitlich aber auch schon teilweise bis nach Süddeutschland vorgedrungen, die Gefahr, dass sich der Hund mit den sog. Mittelmeerkrankheiten infiziert. Zu den Mittelmeerkrankheiten gehören u.a. :

  • Leishmaniose

Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit die über die Sandmücke oder die Schmetterlingsmücke übertragen wird. Die Erreger kommen vorwiegend in den südlichen Breitengraden (48.-50.) vor. Die Erreger gelangen durch den Stich der Mücke in das Blut des Hundes. Je nach Immunität des Hundes kann die Krankheit erst nach Monaten oder sogar Jahren ausbrechen. Wenn die Krankheit beginnt, dann meist völlig unspezifisch (Anämie, Apathie, Lethargie, Desquamation, Appetitlosigkeit, Abmagerung). Später können Hauptveränderungen und innere Symptome hinzukommen.

Vorbeugung: ein möglicher Schutz vor einer Infektion sind Spot-On-Präparate, ein Scalibor-Halsband etc.

Wer mehr Details zu dieser Infektionskrankheit erhalten möchte, findet weitere Infos u.a. hier.

  • Herzwurmerkrankung

Die Herzwurmerkrankung ist eine parasitäre Erkrankung, die durch Mikrofilarien (Embryonen der Herzwürmer) durch über 60 Stechmücken-Arten übertragen wird. Die Krankheit verläuft, sofern sie zu spät entdeckt und behandelt wird, oft tödlich.

Symptome der Krankheit sind Appetitlosigkeit, chronischer Husten, schnelle Ermüdbarkeit und Gewichtsverlust, Dunkelfärbung des Urins. Anämie und Gelbsucht können auf Herzwürmer hinweisen.

Vorbeugung: ein möglicher Schutz vor einer Infektion mit Herzwürmern können Spot-On-Präparate sein. Tierärzte empfehlen teilweise auch eine Wurmkur von Milbemax, die ca. 3 Wochen nach Urlaubsrückkehr erfolgen sollte.

Wer mehr Details zu dieser Infektionskrankheit erhalten möchte, findet weitere Infos u.a. hier.

Ende – Mit Bello in Bella Italia – Teil 1

In „Mit Bello in Bella Italia – Teil 2“ werde ich euch in Kürze Italiens Hundestrände vorstellen. Seid gespannt!

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Haftungsausschluss

Da sich die Einreisebestimmungen jederzeit kurzfristig ändern können, können wir keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen bieten. Eine Haftung ist deshalb ausgeschlossen. Wir raten daher, sich vor jeder Reise unter Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz   über die aktuellen Bestimmungen zu informieren.

Die Informationen zu den Erkankungen habe ich sorgfältig zusammengestellt. Mangels tiermedizinischen Kennntnissen kann ich aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben übernehmen. Empfehlenswert ist es immer rechtzeitig vor dem Urlaubsantritt mit einem Tierarzt/-ärztin des Vertrauens Rücksprache zu halten. Der Tierarzt/-ärztin kann euch die ggf. bestehenden Risiken einer Infektionskrankheit am Urlaubsort erläutern und euch eine mögliche Prophylaxe empfehlen.

Herzlichst

Simone vom vawidoo Team

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2 Kommentare

  1. Hallo liebe Simone,

    Danke für diesen wunderbaren „Bella Italia“ Artikel – da bekommt man natürlich absolut Lust auch gleich seinen Hund zu schnappen, ins Auto zu packen und los zu düsen! Vielleicht besuchst du uns ja auch mal im wunderschönen Österreich. Wir hätten da ein paar gute Hotel Tipps für Urlaub mit Hund für dich 🙂

    LG

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